Pilzwarnung


Pilzwarnung NRW

Aktuelle Lage des Bodenklimas für Pilze

 

Das Riesenpilzjahr erreicht seinen Abschluss? Bei Kindergärten hat sich die „Pilzpolizei“ bewährt.

 

Festbereitschaft: bis 20 h mit mobilem Einsatzfahrzeug (ACHTUNG vom 4.-10.2017 Fortbildung für Sachverständige in Alme. Nur in absoluten Notfällen abkömmlich)

Chemikalien sind frisch aufgefüllt.

Kontakt: daniel@ffrh.de

Fahrzeugstandort: In der Regel bis 19 h in Bonn in der Woche und am Wochenende sowie an Feiertagen in Much. Garagenlabor ist ganzjährig nutzbar.

Pilzberatung: Körbe aussortieren findet nach Terminabsprache im Garagenlabor kostenlos statt. Spenden sind erwünscht. Adresse des Garagenlabors: Markelsbach 60, 53804 Much (für das Navi, Waze, Maps o. ä.). WLAN ist vorhanden.

Exkursionen: Wir werden uns 2018 dem bergischen Naturpark nähern. Gelingt uns eine Inventur wie im Siebengebirge? Noch stehen keine Exkursionen fest. Geplante Orte sind Sankt Augustin, Hennef, Windeck, Reichshof und Nümbrecht. 2 Exkursionen finden auf jeden Fall statt. Die Orte werden bekannt gegeben. Interessenten bitte per Mail an b.b.zimmermann@gmx.de . Wir melden uns. Auch für entsprechende Exkursionen 2018. Bernd Zimmermann hat einen einzigartigen Anfängerschlüssel entwickelt, mit dem erfahrene Anfänger sogar Lamellenpilze sammeln können! Große Exkursionen finden nur in Personalunion statt. Bei Exkursionen ist der Kollege Zimmermann unverzichtbar!

Lage: Das Pilzjahr war ein voller Erfolg. Das miserable Wetter hat zu einer konstanten Pilzwelle geführt, wie seit Beginn der Warnung nicht mehr. So langsam lassen die Wiesen nach (daher die schwächere Warnung in NRW), allerdings ist in den Wäldern noch immer die Hölle los. Wir haben eine neue Zeigerwiese in Overath! Wenn das Wetter weiter feucht und mild bleibt, gibt es Pilze bis Ende Oktober. Oder gar November? Lassen wir uns überraschen… Für die Kinderwiesen zeichnet sich so langsam eine Entspannung ab. Trotzdem vorher gucken! Gerade wenn Bäume und Büsche zahlreich vorhanden sind. Das gilt in der Hinsicht als Wald!

Pilzvergiftungen oder auch der Verdacht sind immer ein Notfall – wählen Sie die 112 und holen Sie Hilfe. Panik ist der schlechteste Ratgeber! Ruhe bewahren und keine Hausmittel (Milch etc.) verabreichen. Tipps für Kinder: Neugier ist gesund, aber niemals in den Mund! Das Entdecken der Natur ist für die Entwicklung der Kinder einer der wichtigsten Bausteine. Unter strenger Beobachtung läuft meine Tochter auch mit Pilzen durch die Gegend oder zeigt meldend darauf.

Erklärung der Warnstufen:

 

  •  Grün: Der Boden ist trocken, die nutzbare Feldkapazität niedrig bzw. die Verdunstung hoch. Kaum Pilzwachstum auf Wiesen. Achtung! Wenn Beete oder Wiesen gegossen werden, wachsen Pilze dort auch bei Dürreperioden und Hitzewellen! 
  • Gelb: Der Boden ist feucht genug, dass hier und da Pilze wachsen, besonders an Nordseiten. Auch möglich bei Ende einer Wachstumswelle, wenn z. B. nach Warnstufe Rot eine Trockenperiode folgt. Für ein mäßiges Wachstum hat der Boden aber nicht genug Wasser gespeichert. Wenn Kinder draußen spielen, schadet ein Blick auf die Wiese oder den Spielplatz nicht.
  • Orange: Moderates Pilzwachstum in den betroffenen Gebieten. Es treten quasi die üblichen Pilze an den gewohnten Plätzen auf. Bei Rückstufung von Rot oder Violett Rückgang des Wachstums bzw. besonders alte Pilze häufig. Beginnende Durchtrocknung des Bodens nach Wachstumswellen. Wenn Kinder draußen spielen, Obacht!
  • Rot: Der Boden ist nach Regenfällen oder Kühlperioden richtig feucht, so dass viele Pilze an allen möglichen Wachstumsstellen auftreten. Bevor Kinder draußen spielen, sollten die Spielflächen sorgfältig abgesammelt werden. Lassen Sie Kleinkinder nicht ohne besondere Aufsicht spielen
  • Violett: Der Boden ist nass und gerade bei Temperaturen über 10 Grad sind Massenvorkommen häufig. In jedem Falle sollten Spielplatz und Wiesen bei jeder Nutzung kontrolliert werden. Kinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen!

 

Wissenswertes zur Pilzwarnung:

„Pilze wachsen nur im Herbst und keine giftigen auf der Wiese!“ Diese fatale Fehleinschätzung haben sogar Ärzte Eltern mitgeteilt. Die Aussage ist falsch und wissenschaftlich gelinde gesagt „Käse“. Richtig ist: Pilze wachsen wann sie wollen! Jede Art hat ihr eigene Vorlieben. Es gibt sogar Arten, die nur im Winter wachsen. Im Winter wachsen zwar relativ wenige giftige Arten, aber bereits im Frühjahr beginnt die Risspilzsaison, später kommen die ebenfalls lebensgefährlichen Trichterlinge und Häublinge dazu. Auch giftige Fälblinge wachsen gerne auf Wiesen mit Bäumen. Auf Spielplätzen kommen holzbewohnende Arten vor, die ebenfalls gefährlich giftig sind, wie der fast ganzjährig vorkommende grünblättrige Schwefelkopf. Grundsätzlich kommen Frühlingsarten auch mal im Herbst vor und umgekehrt. Pilze kennen keinen Kalender!

Einige nutzen die Pilzwarnung als Sammeltermin. Das kann man machen, allerdings ist die Warnung speziell auf Wiesen und natürlichen Spielflächen für Kindergärten und Eltern gedacht. Es kann durchaus sein, dass im Wald was wächst, wenn die Wiese kahl ist und auch umgekehrt.

Die meisten „Unfälle mit Kindern“ gehen glimpflich aus, da die Art mindergiftig oder die verzehrte Menge zu gering ist. Bei Muskarin, Amanitin, Gyromitrin und Orellanin reichen aber bereits kleine Mengen für eine gefährliche Vergiftung aus. Das Tückische: es dauert teilweise sehr lange bis sich die Vergiftung bemerkbar macht (Latenzzeit) und dann kann es zu spät sein. Symptomfreiheit ist also keine Entwarnung!

Per Foto dürfen wir aus rechtlichen Gründen nicht bestimmen, hilft aber bei der ersten Einschätzung der Gefährlichkeit. Sonst gilt wie bei diffusen Schmerzen in der Brust beim Rettungsdienst: Alarm! Vor Ort kann dann die Art bestimmt werden und zusammen mit Ärzten über eine Krankenhausbehandlung beraten werden.

Berichte/Links

Pilze: Trichterling und Hexenbutter, General Anzeiger, Bonn, 28.09.2010

www.dgfm-ev.de (Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie)