Pilzwarnung

Pilzwarnung NRW

Aktuelle Lage des Bodenklimas für Pilze

 

Passen sich die Pilze dem Klima an?

Pilzvergiftungen oder auch der Verdacht auf diese sind immer ein Notfall – wählen Sie die 112 und holen Sie Hilfe. Panik ist der schlechteste Ratgeber! Ruhe bewahren und keine Hausmittel (Milch etc.) verabreichen. Für Kinder gilt die Faustregel: Neugier ist gesund, NIEMALS in den Mund!

Den nächsten Pilzsachverständigen wie auch meine Kontaktdaten finden Sie hier:

Pilzsachverständige finden / DGfM (dgfm-ev.de)

  • Bodenklimatische Lage:  Der Herbstanfang fiel zu trocken aus. Es wachsen zwar noch hier und da Pilze, aber nicht mehr in diesem Umfang wie in diesem regenreichen Sommer. Es ist für Anfang Oktober ein Temperattursturz mit Regen gemeldet. Wer jetzt auf leckere Täublinge hofft, wir vermutlich enttäuscht sein. Jetzt haben andere Pilze Hochsaison. Oder doch nicht? Die Erwärmung ist unter Mykologen schon seit Jahrzehnten ein Fakt. Selbst in Pilzbüchern aus der BRD vor der Wende wird schon davon gesprochen, dass der südliche Ackerling sich wegen der Erwärmung auch in Deutschland ausbreitet. Und nun wächst er in Graurheindorf am Ufer der Kirche, an der großen Kastanie. Auch die jetzige Phase mit Dürrejahren und einen extrem nassen Sommer steckt die Pilzflora im gesamten weg – für einzelne Arten jedoch dürfte der Wandel in Deutschland das Aus bedeuten. Allerdings war es die letzten Jahre öfter der Fall, dass Sommerpilze noch im November gefunden worden. Pilze gibt es seit einer Milliarden Jahre – nicht ohne Grund.

Jeden Tag werden in unserer KiTa die Pilze abgesammelt – so soll es sein. Wenn das Wetter und auch die Temperaturen so bleiben, wird sich kaum etwas an der Lage ändern, lediglich die Arten wechseln für die für Ihr Wachstum typische Jahreszeit.

Gefährlicher Volksglaube – früher essbare Pilze gelten heute teilweise als giftig!

  • Kahler Krempling und Grünling stehen in alten Pilzbüchern als Speisepilze. Beides sind mittlerweile Giftpilze, die mehreren Menschen das Leben gekostet haben. Auch unter den Schleierlingen gibt es viele gefährliche Giftpilze, die Vergiftungen traten erstmals in den 50er Jahren in Vordergrund. Auch wenn die Frühjahrslorchel in Finnland noch immer nach besonderer Zubereitung gegessen wird, auch dort ist es russisches Roulette. 
  • Hallimasch und insbesondere die Nebelkappe gelten nicht mehr als Speisepilze und lösen insbesondere in der Gegend hier teils schwere Vergiftungen aus. Sammeln Sie ausschließlich Pilze von der Positivliste der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Hier der Link:

https://www.dgfm-ev.de/pilzesammeln-und-vergiftungen/speisepilze

Wer künstlich seinen Rasen wässert, der wird  viele Pilze wachsen sehen, ggf. sogar artenreich.

Vielen Dank an die Feuerwehr Rheindorf, dass ich nach meinem Wechsel nach Much die Pilzwarnung weiter betreiben darf.

 

Exkusionen, Termine, Sonstiges

  • Pilzberatung: Körbe aussortieren findet nach Terminabsprache im Garagenlabor kostenlos (auch im Winter!) statt. Spenden sind erwünscht. Adresse des Garagenlabors: Markelsbach 60, 53804 Much (für das Navi, Waze, Maps o. ä.). WLAN ist vorhanden.
  • Exkursionen: erfragen Sie bitte bei der Kurverwaltung Reichshof. Darüber hinaus werden dieses Jahr keine Exkursionen mehr stattfinden. 

Erklärung der Warnstufen:

  •  Grün: Der Boden ist trocken, die nutzbare Feldkapazität niedrig bzw. die Verdunstung hoch. Kaum Pilzwachstum auf Wiesen. Achtung! Wenn Beete oder Wiesen gegossen werden, wachsen Pilze dort auch bei Dürreperioden und Hitzewellen! 
  • Gelb: Der Boden ist feucht genug, dass hier und da Pilze wachsen, besonders an Nordseiten. Auch möglich bei Ende einer Wachstumswelle, wenn z. B. nach Warnstufe Rot eine Trockenperiode folgt. Für ein mäßiges Wachstum hat der Boden aber nicht genug Wasser gespeichert. Wenn Kinder draußen spielen, schadet ein Blick auf die Wiese oder den Spielplatz nicht.
  • Orange: Moderates Pilzwachstum in den betroffenen Gebieten. Es treten quasi die üblichen Pilze an den gewohnten Plätzen auf. Bei Rückstufung von Rot oder Violett Rückgang des Wachstums bzw. besonders alte Pilze häufig. Beginnende Durchtrocknung des Bodens nach Wachstumswellen. Wenn Kinder draußen spielen, Obacht!
  • Rot: Der Boden ist nach Regenfällen oder Kühlperioden richtig feucht, so dass viele Pilze an allen möglichen Wachstumsstellen auftreten. Bevor Kinder draußen spielen, sollten die Spielflächen sorgfältig abgesammelt werden. Lassen Sie Kleinkinder nicht ohne besondere Aufsicht spielen
  • Violett: Der Boden ist nass und gerade bei Temperaturen über 10 Grad sind Massenvorkommen häufig. In jedem Falle sollten Spielplatz und Wiesen bei jeder Nutzung kontrolliert werden. Kinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen!

Berichte/Links

Pilze: Trichterling und Hexenbutter, General Anzeiger, Bonn, 28.09.2010 www.dgfm-ev.de (Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie)