Pilzwarnung

Pilzwarnung NRW

Aktuelle Lage des Bodenklimas für Pilze

 

Frühsaison

Tatsächlich war es mein eigener Vater, der aus Niederkassel die erste externe Bestimmung des Jahres eingeleitet hat. Ein Frühlingsweichritterling, harmlos. Heißt aber auch: der trockene März bedeutet keine durchgetrockneten Böden in Gänze. Die nFK ist deutschlandweit noch immer dunkelgrün bis blau. Ein regenreicher April nach den Frösten könnte für köstliche Morcheln und tödlich Frühjahrlorcheln sorgen, im Mai kommen dann gefährliche Risspilze und gern gegessene Maipilze. Stimmt das Wetter – dann geht es im Frühjahr los. Vielleicht bekommen wir dieses Jahr mal einen ganz normalen Wetterverlauf. So ein wenig Normalität tut gut in diesen Zeiten.

Pilzvergiftungen oder auch der Verdacht auf diese sind immer ein Notfall – wählen Sie die 112 und holen Sie Hilfe. Panik ist der schlechteste Ratgeber! Ruhe bewahren und keine Hausmittel (Milch etc.) verabreichen. Für Kinder gilt die Faustregel: Neugier ist gesund, NIEMALS in den Mund!

Den nächsten Pilzsachverständigen (auch in Bonn!) wie auch meine Kontaktdaten finden Sie hier:

Pilzsachverständige finden / DGfM (dgfm-ev.de)

  • Bodenklimatische Lage:  Die letzten Feldtrichterlinge sind nun auch in Much von den Wiesen verschwunden. Speisepilzsammler hatten lange etwas von den Mönchsköpfen bis in den Dezember, nun dominieren Gabeltrichterling, Samtfußrübling und Austernseitling den Speiseplan. Etwas monoton. Dazu kommen die chinesischen Morcheln, nichts anderes als Judasohren auf unseren heimischen Holunderbäumen sind und intensiv nach nichts schmecken. Wem es zusagt – bitteschön. Die vergangene Pilzsaison war aufregend, was Steinpilzsucher nicht verstehen werden. Da war tote Hose. Sonst hatten wir aber einiges an Neufunden zu feiern. Jetzt ist Winter – der Frühling beginnt am 21.03.2022.  Ab da sind neue Infos geplant.
  • Danke für die Treue. Ihnen für das Jahr 2022 und die Zukunft alles erdenklich Gute.

Gefährlicher Volksglaube – früher essbare Pilze gelten heute teilweise als giftig!

  • Kahler Krempling und Grünling stehen in alten Pilzbüchern als Speisepilze. Beides sind mittlerweile Giftpilze, die mehreren Menschen das Leben gekostet haben. Auch unter den Schleierlingen gibt es viele gefährliche Giftpilze, die Vergiftungen traten erstmals in den 50er Jahren in Vordergrund. Auch wenn die Frühjahrslorchel in Finnland noch immer nach besonderer Zubereitung gegessen wird, auch dort ist es russisches Roulette. 
  • Hallimasch und insbesondere die Nebelkappe gelten nicht mehr als Speisepilze und lösen insbesondere in der Gegend hier teils schwere Vergiftungen aus. Sammeln Sie ausschließlich Pilze von der Positivliste der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Hier der Link:

https://www.dgfm-ev.de/pilzesammeln-und-vergiftungen/speisepilze

Wer künstlich seinen Rasen wässert, der wird  viele Pilze wachsen sehen, ggf. sogar artenreich.

Vielen Dank an die Feuerwehr Rheindorf, dass ich nach meinem Wechsel nach Much die Pilzwarnung weiter betreiben darf.

 

Exkusionen, Termine, Sonstiges

  • Pilzberatung: Körbe aussortieren findet nach Terminabsprache (bitte vorher anmelden) im Garagenlabor kostenlos (auch im Winter!) statt. Spenden sind erwünscht, sind in der Realität eine Rarität. Adresse des Garagenlabors: Markelsbach 60, 53804 Much (für das Navi, Waze, Maps o. ä.). WLAN ist vorhanden.
  • Exkursionen: erfragen Sie bitte bei der Kurverwaltung Reichshof. Darüber hinaus werden mangels Unterstützung  K E I N E   Exkursionen mehr stattfinden. Die Zusammenarbeit in Reichshof hingegen ist vorbildlich. Geplant ist auch eine Halloween-Exkursion mit Kostümen und Laternen für Kinder.

Erklärung der Warnstufen:

  •  Grün: Der Boden ist trocken, die nutzbare Feldkapazität niedrig bzw. die Verdunstung hoch. Kaum Pilzwachstum auf Wiesen. Achtung! Wenn Beete oder Wiesen gegossen werden, wachsen Pilze dort auch bei Dürreperioden und Hitzewellen! 
  • Gelb: Der Boden ist feucht genug, dass hier und da Pilze wachsen, besonders an Nordseiten. Auch möglich bei Ende einer Wachstumswelle, wenn z. B. nach Warnstufe Rot eine Trockenperiode folgt. Für ein mäßiges Wachstum hat der Boden aber nicht genug Wasser gespeichert. Wenn Kinder draußen spielen, schadet ein Blick auf die Wiese oder den Spielplatz nicht.
  • Orange: Moderates Pilzwachstum in den betroffenen Gebieten. Es treten quasi die üblichen Pilze an den gewohnten Plätzen auf. Bei Rückstufung von Rot oder Violett Rückgang des Wachstums bzw. besonders alte Pilze häufig. Beginnende Durchtrocknung des Bodens nach Wachstumswellen. Wenn Kinder draußen spielen, Obacht!
  • Rot: Der Boden ist nach Regenfällen oder Kühlperioden richtig feucht, so dass viele Pilze an allen möglichen Wachstumsstellen auftreten. Bevor Kinder draußen spielen, sollten die Spielflächen sorgfältig abgesammelt werden. Lassen Sie Kleinkinder nicht ohne besondere Aufsicht spielen
  • Violett: Der Boden ist nass und gerade bei Temperaturen über 10 Grad sind Massenvorkommen häufig. In jedem Falle sollten Spielplatz und Wiesen bei jeder Nutzung kontrolliert werden. Kinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen!

Berichte/Links

Pilze: Trichterling und Hexenbutter, General Anzeiger, Bonn, 28.09.2010 www.dgfm-ev.de (Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie)